20 Jahre - Haus des Lebens

Haus des Lebens

Vor 20 Jahren initiierte die Deutsche Bischofskonferenz die erste Woche für das Leben. Damit beginnt auch die Geschichte des Haus des Lebens in Rammersweier. Auf der Grundlage der Achtung des Lebens und zu dessen Schutz entstand eine Einrichtung für Mutter und Kind. Sie hat ihre Wurzeln im christlichen Glauben und in der Überzeugung, dass wir Christen Mitverantwortung für das Leben und insbesondere für die Lebensbedingungen von Kindern in unserer Gesellschaft tragen. Die Entwicklung und Leitung des Projektes wurde von Anfang an durch Franziskanerinnen Gengenbach wahrgenommen entsprechend dem franziskanischen Auftrag, die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes sichtbar zu machen.

 

Haus des Lebens bedeutet nicht nur „ein Dach über dem Kopf“, es ist vielmehr vorbereiteter Lebensraum und Schutz und Geborgenheit für Mutter und Kind. Es ermöglicht für die jungen Mütter mit Schule und Ausbildung Wege in eine gute und selbstbestimmte Zukunft und die Einbindung in ein soziales Netz.

 

Über 1.000 Junge Menschen, davon 470 Schwangere und Mütter und 550 Kinder haben in diesen 20 Jahren im Haus des Lebens Zuflucht und Heimat gefunden.

 

In der Elternschule (heute STEEP-Programm), die es von Anfang an im Haus des Lebens gibt, lernt die junge Mutter, die selbst oft wenig Zuwendung und Wertschätzung erfahren hat, die Bedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen und feinfühlig und fürsorglich mit ihrem Kind umzugehen. Ziel ist der Aufbau einer sicheren Bindung zwischen Mutter und Kind.

 

Darüber hinaus absolvieren die jungen Mütter Schule und Ausbildung. Wer noch keinen Schulabschluss hat, besucht die 9. Klasse im Haus (Außenklasse der Georg-Monsch-Schule), auch Ausbildungsplätze gibt es teilweise im Haus, damit die Mütter möglichst nahe bei ihrem Kind sein können.

 

Kinder sind willkommen. 194 Kinder wurden im Haus des Lebens geboren. Andere kamen zusammen mit ihren Müttern ins Haus. Darüber hinaus sind bei uns 125 Kinder kurzfristig (ohne Mutter) aufgrund akuter Krisen- und Gefährdungssituation durch Jugendamt, Polizei oder Bundesgrenzschutz in Obhut gegeben worden bis für sie ein Zuhause gefunden ist. Alle Kinder erfahren eine ganzheitliche Betreuung und individuelle Förderung, um so die geistigen, seelischen, sozialen und körperlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Insbesondere während die junge Mutter Schule und Ausbildung besucht, werden die Kinder durch Fachkräfte in unserem Montessori-Kinderhaus betreut.

 

Immer wieder stehen wir betroffen vor der Not von Kindern und jungen Menschen, die oft früh allein gelassen und schutz- und hilflos ihrer Situation ausgeliefert sind, ehe sie bei uns angekommen – so manches Mal mitten in der Nacht.

 

In den 20 Jahren unseres Bestehens ist die Gesellschaft zunehmend für Fragen der frühen Kindheit und des Kinderschutzes sensibel geworden. So ist auch in der Ortenau ein Netz „Früher Hilfen“ entstanden, in dem das Haus des Lebens seinen Beitrag leistet zum „Schutz des Lebens von allem Anfang an“ (Motto der 1. Woche für das Leben 1991).

 

Sr. M. Frumentia und Sr. M. Theresita