Aktuelle Informationen
Hier finden Sie aktuelle Informationen und Pressemeldungen rund um Veranstaltungen der Woche für das Leben.
Eröffnung der "Woche für das Leben" am 16. und 17. April 2010 in Frankfurt am Main
17.04.2010: Pressemitteilung zur Eröffnung als Download (PDF, 24 KB)
17.04.2010: Statement von Landesbischof Dr. Ulrich Fischer (PDF, 28 KB)
Video der Predigt von Erzbischof Zollitsch:
17.04.2010: Einführung ins Thema von Landesbischof Dr. Fischer (PDF, 15 KB)



Presseeinladung zur bundesweiten Auftaktveranstaltung 20 Jahre Woche für das Leben am 16. und 17. April 2010 in Frankfurt am Main
Geld ist da – aber für wen?
Experten diskutierten zur „Woche für das Leben" über Rationierung im Gesundheitswesen
Pressemeldung des Bistums Hildesheim (PDF, 194 KB)
"Eine Erfolgsgeschichte" - Interview mit Kardinal Lehmann zum 20. Jubiläum der Woche für das Leben
KNA; 9. April 2010
Von Angelika Prauß (KNA)
Lebensschutz, menschenwürdige Pflege, Leben mit Behinderung - die
Themen waren vielfältig, die die Woche für das Leben in den
vergangenen 20 Jahren in den Blick genommen hat. Der langjährige
Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Kardinal
Karl Lehmann, hat sie initiiert. Im Interview der Katholischen
Nachrichten-Agentur (KNA) in Mainz zieht er Bilanz.
KNA: Herr Kardinal Lehmann, Sie haben vor 20 Jahren die Woche für
das Leben aus der Taufe gehoben. Was waren Ihre Beweggründe?
Lehmann: Damals gab es überall in Europa eine Auseinandersetzung um
den bestmöglichen Schutz des ungeborenen Kindes. In Italien und
Österreich gab es neben kirchlichen Stellungnahmen auch einzelne
Aktionstage zum Lebensschutz. Ein einzelner Tag erschien mir zu
wenig, weil er kaum wahrgenommen wird und einzelnen Gemeinden wenig Spielraum zur Gestaltung lässt. So entstand die Idee, dem
Lebensschutz jedes Jahr eine ganze Woche zu widmen. Dabei durften
wir uns nicht zerreiben lassen im alleinigen Kampf gegen die
Abtreibung. Unser Engagement konnte nur glaubwürdig sein im Rahmen
eines sehr umfassenden Lebensschutzes. Die Grünen haben uns da beim
Wort genommen und auf den Schutz laichender Frösche hingewiesen. So
kamen wir dann miteinander ins Gespräch, 1999 nahm die Woche die
Verantwortung für die Schöpfung in den Blick.
KNA: 1994 holten Sie auch die evangelische Kirche ins Boot...
Lehmann: Mir war von Anfang an klar, dass wir solch eine
Aktionswoche besser gemeinsam machen sollten. So leicht war das
damals nicht, weil es auf Seiten der evangelischen Kirche in der
Frage der Abtreibung etwas andere Tendenzen gab. Aber wir haben dann
mit dem gemeinsam verabschiedeten Text «Gott ist ein Freund des
Lebens» (1989) eine Plattform bekommen. Und vor diesem Hintergrund
konnten wir dann zusammen für den Lebensschutz eintreten.
KNA: Was kann so eine Aktion überhaupt bewegen?
Lehmann: Zunächst geht es natürlich darum, den Lebensschutz bewusst
zu machen. Er schien ein eher politisches oder rechtspolitisches
Thema neben anderen zu sein. Die gängigen Argumente waren mitunter
flach. Uns ging es aber auch um die menschliche und ethische
Vertiefung. Wir wollten als Kirche nicht einfach nur eine
Stellungnahme «von oben» abgeben. Vielmehr ging es uns um das
Interesse und die Mitwirkung der Gemeinden und vieler einzelnen
Christen - insbesondere auch junger Menschen.
KNA: Wurde die Woche für das Leben gleich angenommen?
Lehmann: Natürlich brauchte die Einführung einer solchen Woche Zeit
und erforderte Geduld. Es war auch klar, dass eine Gemeinde oder ein
Gemeindeverbund eine bestimmte Größe braucht, um etwas
Eigenständiges auf die Beine zu stellen. Ich habe jedes Mal mit dem
Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche die Eröffnung in den
verschiedenen deutschen Städten besucht, vorher gab es eine
gemeinsame Pressekonferenz. Ganz wichtig war unser breites
thematisches Spektrum. Wir haben von Anfang an den unteilbaren
Lebensschutz in vielen Bereichen in den Blick genommen - im Alter,
bei Krankheit, bei Behinderung. Wir haben uns aber auch für den
Tier- und Klimaschutz eingesetzt. Nur durch die Verbindung und
gegenseitige Befruchtung der einzelnen Bereiche konnte der Funken
überspringen. So hat auch die Diskussion um das Leben des
ungeborenen Kindes einen größeren Horizont bekommen und wurde besser angenommen.
KNA: Seit 2005 stand die Aktion dann jeweils drei Jahre unter einem
übergeordneten Motto. Wie kam es dazu?
Lehmann: In den ersten Jahren haben wir die einzelnen Themen sehr
intensiv vorbereitet. Die vorbereiteten Arbeitsmaterialien hatten
inhaltlich und gestalterisch ein hohes Niveau. Es war aber auch sehr
aufwendig, jedes Jahr wieder neue Materialien zu entwerfen. Und so
entstand die Überlegung, ob man nicht nachhaltiger arbeiten kann,
wenn man ein Oberthema über drei Jahre durchzieht und in dieser Zeit
inhaltlich auffächert. Dabei gibt es durchaus die Schwierigkeit,
sich dabei nicht zu wiederholen oder Aspekte zu vermischen. Daran
müssen wir vielleicht noch arbeiten...
KNA: Wie fällt Ihre Bilanz zu 20 Jahren Woche für das Leben aus?
Lehmann: Insgesamt ist es durchaus eine Erfolgsgeschichte. Natürlich
gibt es in der katholischen wie in der evangelischen Kirche immer
auch einmal kritische Stimmen, die den Nutzen der Aktion bezweifeln.
Mir war von Anfang an klar, dass man dafür einen langen Atem haben
muss und dass man den einzelnen Bistümern und Städten, Dekanaten und Gemeinden vernünftige Gestaltungsspielräume lassen muss. Es gibt
durchaus noch viel zu tun. So sollten wir innerkirchlich noch
intensiver zusammenarbeiten, etwa mit der Caritas. In einzelnen
Bistümern sind wir bereits auf einem guten Weg.
KNA: Worum geht es bei der Aktion in diesem Jahr?
Lehmann: Sie steht unter dem Motto «Gesunde Verhältnisse» und fragt
nach der gerechten Verteilung der Ressourcen im Gesundheitssektor.
Wir sind dabei mal aus einer anderen Perspektive an das Thema
gegangen. Denn es geht um eine ganz grundsätzliche und schwierige
Frage der Gesundheitspolitik, die der dringenden Auseinandersetzung
bedarf. Die aktuelle Diskussion um Krankenkassenbeiträge, die
Aufhebung des Numerus clausus fürs Medizinstudium oder die ärztliche
Versorgung auf dem Lande zeigt die vielen offenen Fragen. Das Thema
ist durchaus heikel, weil unterschiedlichste Interessen berührt
sind. Alleine durch die demografische Entwicklung und die steigenden
Gesundheitskosten im Alter stehen wir vor dramatischen Veränderungen
im Gesundheitswesen.
KNA: Wenn Sie sich ein Thema wünschen könnten, das in einer der
nächsten Aktionen aufgegriffen wird, was wäre das?
Lehmann: Bestimmte Themen wird man immer wieder aufgreifen und
wiederholen müssen. Ich denke da an den Schutz des ungeborenen
Lebens, der angesichts des medizinischen Fortschritts immer wieder
beleuchtet werden kann und muss. Auch das menschenwürdige Sterben
wird immer wieder auf der Tagesordnung stehen. Wir werden künftig
auch sehr intensiv über die Patientenautonomie und
Patientenverfügung reden müssen. Hier bedarf es noch sehr viel
Informationen in der Öffentlichkeit, damit sich die Menschen bei
diesem wichtigen Thema wirklich auskennen. Die Themen werden uns in
den nächsten Jahren bestimmt nicht ausgehen. Menschenwürdiges
Sterben muss immer wieder Thema sein.
(KNA)
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